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Presse


BENSHEIM

EVANGELISCHE KIRCHE AKTION VON PFARRER CHRISTIAN FERBER KOMMT BEI SCHWANHEIMERN GUT AN

Licht und Musik auf Rädern

Schwanheim.Pfarrer Christian Ferber von der Evangelischen Kirchengemeinde hat es sich vor einem Jahr wohl nicht träumen lassen, dass er statt auf der Kanzel zu predigen oder mit der Familie die Kerzen am Adventskranz anzuzünden auf einem Traktor durch seine Gemeinde fährt, um die Menschen in der Adventszeit vor ihrer eigenen Haustür mit Musik und Licht zu erfreuen, ihnen Hoffnung zu machen und Mut zuzusprechen.

Momente der Besinnung

Jetzt aber hat er genau das getan – und die Überraschung bei der Premiere in Schwanheim ist gelungen. Spaziergänger und Passanten blieben spontan stehen, Familien kamen aus ihren Wohnungen, Kinder hörten mit strahlenden Augen zu und bewunderten das mit Lichterketten und Kerzen geschmückte Gefährt mit Anhänger, das Christoph Schweickert sicher durch die Straßen bis hin zu sechs verschiedenen Stationen kutschierte. Endstation war vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Bis zuletzt wurden Fahrstrecke und Stopps geheim gehalten, um größere Ansammlungen zu vermeiden.

Dass Pandemie und Lockdown vor allem vielen Älteren, aber auch Jüngeren Angst machen und sie in die Einsamkeit oder die Insolvenz treiben, ist traurige Realität. Mit dem „Klingenden Adventswagen“ wollen Pfarrer Ferber und die beiden Musiker-Ehepaare Cosima Seitz und Markus Francke sowie Ramona und Tobias Schmöker den Menschen an den Sonntagen im Advent kurze Momente der Besinnung und der Vorfreude auf das Weihnachtsfest schenken.

Viel Applaus gespendet

Nur wenige Minuten lang dauern jeweils die Stippvisiten des „Klingenden Adventswagens“, bei denen es von den Umherstehenden viel Applaus gibt. Mit den Worten „Es wird nicht immer dunkel sein“, verbreitet Ferber bei den kleinen wie bei den großen Zuhörern Zuversicht und spricht von einem hellen Licht am Ende des Tunnels.

 

Der Geistliche begleitet hoch oben auf dem Planwagen mit dem Keyboard die Schwanheimer Sopranistin, Chorleiterin und Kabarettistin Cosima Seitz und ihren Ehemann, Tenor Markus Francke, Opern- und Konzertsänger, sowie Ramona Schmöker, geborene Nowak und eine der bekannten Nowak-Sisters und ihren Mann Tobias, beim Singen von beliebten Adventsliedern.

Im Anschluss trägt der Pfarrer den Weihnachtspsalm von Hanns-Dieter Hüsch „Mit fester Freude“ mit der tröstlichen Schlusszeile „Jesus kommt, alles wird gut“ vor.

An den kommenden drei Adventssonntagen fährt der „Klingende Adventswagen“ der Evangelischen Kirchengemeinde jeweils ab 16 Uhr durch Fehlheim, Rodau und Langwaden.

LORSCH

Chianina-Rinder sind von Lorsch nach Schwanheim umgezogen


Lorsch/Schwanheim.Ein Umzug stand jetzt für die vier Chianina-Rinder an, die bisher bei der Wattenheimer Brücke auf Lorscher Gemarkung standen. Die Herde mit drei Kühen und einem Bullen soll nun auf einer mehrere Hektar großen Weidefläche für Nachwuchs sorgen. Das Gelände gehört dem landwirtschaftlichen Betrieb von Beate und Jörg Schweickert, der laut einer Pressemitteilung der Stadt Lorsch neuer Projektpartner des Laureshamer Auerrindprojektes ist.

Die ursprünglich aus Italien stammende Rinderrasse Chianina setzt das Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham seit einigen Jahren in seinem Auerrindprojekt ein. Mithilfe weiterer Rinderrassen wie Maremmana, Sayaguesa und Watussi will das Projektteam um Leiter Claus Kropp eine Rinderrasse züchten, die dem 1627 ausgestorbenen Auerochsen hinsichtlich Erscheinungsbild, Verhalten und Genetik möglichst nahe kommt. Die Partnerschaft mit dem Schwanheimer Bauernhof begrüßt Claus Kropp sehr.

Der Familienbetrieb vermarktet sein Vieh über den eigenen Hofladen. Das Futter für die Tiere produziert die Familie selbst auf 80 Hektar Ackerland. Mit der Zucht der Chianina-Rinder tragen die Schweickerts zu einem weiteren Ziel des Auerrindprojektes bei: der Erhaltung alter Rinderrassen, die in ihren Ursprungsländern mittlerweile im Bestand bedroht sind. Eine ähnliche Initiative wurde bereits vom Förderkreis Große Pflanzenfresser im Kreis Bergstraße gestartet: Die zuvor im Auerrindprojekt eingesetzten Ungarische Steppenrinder werden mittlerweile in Einhausen reinrassig gezüchtet.

Mit den Chianina-Kühen sind auch drei Kreuzungskälber aus dem Auerrind-Projekt nach Schwanheim umgezogen. Im Herbst kommen sie wieder zurück nach Lorsch, wo sie in einer Jungrinderherde auf ihren späteren Einsatz im Naturschutz vorbereitet werden. Auf der jetzt freien Beweidungsfläche rund um die Wattenheimer Brücke wird 2021 eine Zuchtgruppe aus Kreuzungstieren stehen, die dann mehrere Jahre dort weiden wird. red/Bild: Stadt Lorsch

 

BENSHEIM

LANDWIRTSCHAFT - RINDERHERDE GRAST AKTUELL IN SCHWANHEIM

Chiara hat lebenslanges Weiderecht

Bensheim.Wer in den vergangenen Wochen mit dem Fahrrad durch die Felder zwischen Bensheim und Schwanheim gefahren ist, dem ist es bestimmt schon aufgefallen: Es gibt tierischen Zuwachs in der Gemarkung.

 

Sechs Hektar Weideland

Eine Rinderherde mit aktuell 15 Tieren grast auf einer Weide der Familie Schweickert. Im August 2019 hatte die Familie begonnen, die neue Weide neben ihrer Halle einzuzäunen. Auf sechs Hektar Weideland lebt die Herde, die bis auf 30 Tiere anwachsen soll. Die Weide wurde in vier gleich große Parzellen eingeteilt, die abwechselnd von den Tieren beweidet werden. Bis Ende des Jahres wird das Winterquartier für die Tiere voraussichtlich fertiggestellt.

 

Eine Besonderheit ist eine Kuh, die auf den Namen Chiara hört und bei Familie Schweickert „lebenslanges Weiderecht“ genießt, ohne je geschlachtet zu werden.

Der Grund: Chiara erblickte das Licht der Welt im Freilichtlabor Lauresham in Lorsch. Sie gehört zur dritten Generation des Versuchs, ein dem Auerochsen ähnliches Rind zu züchten.

Mit der Flasche groß gezogen

Das Neugeborene wurde von der Mutterkuh abgestoßen und musste mit der Flasche groß gezogen werden. Das übernahm Ina Fleck, die ihr freiwilliges ökologisches Jahr in Lorsch absolvierte.

Hier schließt sich der Kreis zur Familie Schweickert, denn Inas Freund ist Christoph Schweickert. Die Schwanheimer Familie kaufte das Rind und schenkte es der jungen Frau. Jetzt grast die Lorscher Kuh als Teil der neuen Herde in Schwanheim und traute sich als Einzige ganz nah an das Objektiv unseres Fotografen.

Im Hintergrund sind auf dem Bild neben Ina Fleck die Brüder Christoph und Mark Schweickert mit Vater Jörg zu sehen. tn


BENSHEIM

HEILIG-GEIST-HOSPITAL MITARBEITER FREUEN SICH ÜBER ANERKENNUNG UND VIELE NETTE GESTEN

Spenden für das Krankenhauspersonal

Bensheim.So wie beim Großteil der Bevölkerung bestimmt die aktuelle Covid-19-Situation auch den Alltag der Mitarbeiter im Heilig-Geist Hospital. Für das Personal gibt es alle Hände voll zu tun. Da ist es Balsam für die Seele, dass der Pflegeberuf in der Krisenzeit mehr Anerkennung und Wertschätzung erfährt, heißt es aus dem Krankenhaus.

 

In den vergangenen Wochen kam es zu Spenden, netten Gesten und Aktionen seitens der Bevölkerung und ansässiger Unternehmen. „Dafür möchte das Heilig-Geist Hospital von ganzem Herzen Danke sagen“, teilt das HGH in einer Pressemitteilung mit. Leckereien und Nervennahrung von verschiedenen Spendern sorgten für die nötige Energie bei der Arbeit.

 

Döner, Osterhasen und mehr

So gab es für die Mitarbeiter Döner, Riesenosterhasen, Marzipan, Eisbecher sowie Kuchen. Für einen weiteren Gaumenschmaus sorgte ein lokaler Bauernhof mit Partyservice, der im Hospital Chilli con Carne vorbeibrachte.

Am Samstag gab es Eintopf mit Würstchen und Nachtisch, gesponsert von Privatmann Peter Gerster und der Firma Rebional, die das HGH seit 2018 mit regionalen Bio-Gerichten versorgt. Und auch über Schutzausrüstung durfte sich das Krankenhaus freuen. Die Benediktiner-Ordensschwestern Tutzing stellten dem Haus selbstgenähten Mund- und Nasenschutz zur Verfügung. red

 


BERGSTRASSE

UMFRAGE BERGSTRÄSSER DISKUTIEREN ÜBER MÖGLICHE PREISERHÖHUNG BEI TIERISCHEN PRODUKTEN / LOKALE ANBIETER UND ERNÄHRUNGSBERATERIN IM GESPRÄCH

Regionale Experten sind sich einig: Eine Fleischsteuer löst keine Probleme

ARCHIVARTIKEL

Bergstraße.Etwa 60 Kilo Fleisch isst jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Dabei hat sich die Ernährung der Deutschen laut Nabu in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg stark verändert. Von der anfänglichen Lebensmittelknappheit über die immer intensiver werdende Industrialisierung der Landwirtschaft ist Fleisch inzwischen zum omnipräsenten Komsumgut geworden, was Klimaschützer, Ernährungsexperten und Tierschützer Alarm schlagen lässt.

 

Vor diesem Hintergrund wird seit geraumer Zeit über eine Fleischsteuer diskutiert, durch die tierische Produkte teurer werden sollen. Im Gespräch mit dieser Zeitung beziehen Bergsträßer Stellung zum Thema – besonders in Bezug auf Fleisch- und Wurstwaren.

 

Skepsis: Bessere Tierhaltung

Die sogenannte Fleischsteuer hätte einen Preisaufschlag auf tierische Produkte zur Folge. Das zusätzlich eingenommene Geld könnte für den Tierschutz in der Haltung verwendet werden. Eine Fleischabgabe ließe sich zielgerichteter für eine Förderung der Landwirte verwenden, Mehrwertsteuereinnahmen seien dagegen nicht an einen bestimmten Zweck gebunden.

Armin Vollrath, Inhaber der Landmetzgerei Vollrath in Lindenfels, spricht sich gegen eine solche Steuer aus: „Ein gutes Stück Fleisch ist ein Grundnahrungsmittel, ein Stück Lebenskraft, das sich jeder leisten können sollte“, findet Armin Vollrath, Inhaber der gleichnamigen Landmetzgerei in Lindenfels-Winterkasten.

Von den einst 188 Fleischereifachgeschäften in den 1970er Jahren im Kreis Bergstraße seien nur noch gut 20 übrig geblieben. „Wir selbst sind bislang vom Rückgang nicht betroffen. Noch haben wir Spaß an unserer Arbeit, die Nachfrage nach unseren Produkten steigt ständig und unsere Kinder packen glücklicherweise mit an.“ Die Schließung der Betriebe erklärt sich Vollrath vor allem durch das Fehlen von Nachfolgern und den günstigen Preisen für Billig-Fleisch im Discounter.

Die Bedingungen, denen Tiere in der Massentierhaltung bis dato ausgesetzt sind, würden sich durch eine Fleischsteuer wohl nicht verbessern, vermutet Vollrath: „Im Gegenteil, durch die zusätzliche Versteuerung wird die Produktion von Billigfleisch nochmals unterstützt, um letztendlich die Tiefstpreise zu halten. Das kann doch wohl wirklich niemand wollen. Da würde der Schuss wohl wieder einmal nach hinten losgehen.“

Ulrike Vogt-Saggau ist Chemikerin und Ernährungsberaterin und beschäftigt sich schon seit langem mit dem Thema Fleischkonsum. Sie bietet Kurse zum Thema an und hält Vorträge im Zusammenhang von Fleisch und Ernährung. „Normalerweise sollten wir nur einmal am Tag Fleisch, Wurst oder Fisch essen. Und zwar eine Portion – das entspricht in etwa einer Hand voll“, erklärt Vogt-Saggau. Früher haben die Menschen deutlich weniger Fleisch gegessen als heute, „da gab es einmal die Woche einen Sonntagsbraten.“

Ursache muss behoben werden

Denn wie viel Fleisch der Mensch konsumiert, das sei immer auch eine Preisfrage: „Fleisch ist über die Jahre gesehen sehr viel billiger geworden“, betont die Ernährungsberaterin. Fleisch- und Wurstwaren seien zwar wichtige Lieferanten von Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen.

Der Steigende Konsum sowie die Massentierhaltung und die darin eingesetzten Medikamente wie Wachstumshormone, Antibiotika und Psychopharmaka haben jedoch negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper.

Die „Billigware Fleisch“ und der dadurch steigende Konsum trage vor allem gesundheitliche Folgen mit sich: „80 Prozent der Todesfälle in Deutschland sind ernährungsbedingt“, so Vogt-Saggau. „Dabei ist ein Zusammenhang belegt zwischen hohem Fleischverzehr und Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Gicht, Rheuma, Artrose, Osteoporose, Krebs und Demenz.“ Dazu kommen Medikamentenrückstände im Fleisch, sowie die Problematik multiresistenter Keime in Geflügel, Schwein und Rind.

Qualität statt Quantität

Einer Fleischsteuer steht Vogt-Saggau jedoch eher skeptisch gegenüber: „Ich erwarte eher Protest aus der Bevölkerung, weil sich dadurch Geringverdiener als Verlierer fühlen.“ Vielmehr müsse die Ursache behoben werden „nämlich die Massentierhaltung. Das wird durch eine Steuer nicht erreicht. Damit verteuert sich das Fleisch auf natürliche Weise. Wichtig wäre auch, mehr Aufklärung zu diesem Thema zu betreiben, beispielsweise durch Bilder von Tieren auf Fleischverpackungen, Tiertransporte oder Einblicke in die Schlachthöfe.“ So würden die Verbraucher sensibilisiert und der Wert eines Stückes Fleisch steige wieder.

Beate Schweickert leitet gemeinsam mit ihrem Mann den Bauernhof Schweickert in Bensheim-Schwanheim. Für sie ist entscheidend, dass die Kunden umdenken: „Solange die Nachfrage nach Billig-Ware nicht nachlässt, wird sich nicht viel ändern“, vermutet Schweickert. Auch stellt Sie sich die Frage, wem dieser Aufpreis zugute kommt: „Wenn es bei dem kleinen Landwirt ankommt, dann ist es ein positiver Effekt“, so Schweickert.

Sie schätzt, dass sich auch durch eine mögliche Fleischsteuer die Umsätze im Hofladen und im Betrieb nicht geschmälert werden, da Sie auf Qualität statt auf Quantität setzen: „Wer zu uns auf den Hof kommt, kann die Tiere anfassen und aufwachsen sehen.“

  

 

BENSHEIM

ROHRHEIMER STRASSE ZUFAHRT ZU DEN LÄDEN IM SCHWANHEIMER ORTSKERN TROTZ SANIERUNGSARBEITEN FREI / UMSATZEINBUSSEN UND WENIGER KUNDEN

Baustelle macht Geschäften zu schaffen

SCHWANHEIM.Die Sanierung der Rohrheimer Straße in Schwanheim stellt für alle Beteiligten eine Herausforderung dar. Anlieger müssen sich mit der Baustelle direkt vor der Haustür arrangieren oder – auf der Umleitungsstrecke für den innerörtlichen Verkehr – mit einem erhöhten Aufkommen an Autos, Lastwagen und Bussen leben. Das klappt in der Straße Am Falltor mal mehr, mal weniger gut.

 

Für den Zweckverband KMB, in dessen Händen das Vorhaben liegt, gilt es, im Zeit- und Kostenrahmen ein Projekt zu stemmen, an dem es im Ort viel Kritik gab: Hauptsächlich wegen der Verkehrsführung, aber auch wegen möglicher Straßenbeiträge, die von den Anliegern zu zahlen gewesen wären. Das Thema hat sich bekanntlich erledigt. Nach der Grundsatzentscheidung der Stadtverordnetenversammlung müssen die Schwanheimer nicht mehr damit rechnen, für die Erneuerung zur Kasse gebeten zu werden.

 

Sperrung seit Mitte August

Seit Mitte August laufen nun die Arbeiten einschließlich der Vollsperrung im Ortskern. Abgesehen von den Beeinträchtigungen im Straßenverkehr hat die Erneuerung der Rohrheimer Straße konkrete Auswirkungen auf umliegende Geschäfte. „Wir haben Umsatzeinbußen, es kommen weniger Kunden, weil sie denken, wir wären nicht erreichbar“, erklärt Jörg Schweickert, der einen Hofladen und einen Partyservice betreibt. Die Filiale der Bäckerei Rauen hat ihre Öffnungszeiten reduziert, nachmittags ist der Laden geschlossen. Weniger Gäste meldet auch das Restaurant Akropolis.

„Die Zufahrt zu den Geschäften ist jederzeit möglich, auch wenn diese im Baufeld liegen“, erklärte deshalb nun Bürgermeister Rolf Richter bei einem Ortstermin. Er könne nachvollziehen, dass es schwierig sei, wenn die Kunden ausbleiben. Deshalb betonte er im Beisein von Sigurd Leinert aus dem Ortsbeirat und KMB-Geschäftsführer Frank Daum die Erreichbarkeit, wies aber zugleich darauf hin, dass die Erneuerung der Straße notwendig sei.

So könne der Hofladen über die ausgeschilderte Umleitung angefahren werden, der Zugang zum Restaurant und zur Bäckerei sei ebenfalls möglich. Der erste Bauabschnitt geht von der Straße Zum Römerhügel bis zur Einmündung Am Junkergarten, wobei der Kreuzungsbereich frei ist. Einen milden Winter vorausgesetzt, könnte die erste Phase bis Mitte Januar abgeschlossen sein.

Daran würde sich die Sanierung der Kreuzung Junkergarten/Rohrheimer Straße anschließen, für die vier Wochen vorgesehen ist. Frank Daum rechnet mit einem Abschluss an dieser Stelle bis Ende Februar. Danach könnte sich mit Beginn des dritten Abschnitts die Situation etwas entspannen.

„Wir würden die Einbahnstraßenregelung Falltor/Junkergarten wieder in Kraft setzen, die Geschäfte wären dann ohnehin auf normalen Weg erreichbar“, bemerkte Richter. Nachdem die Einmündung in Schuss gebracht wurde, wandert die Baustelle weiter zwischen den Junkergarten und die Weyrichstraße, bevor es abschließend an den Bereich zwischen Weyrichstraße und Ortsausgang geht.

Ende 2020 will der KMB einen Haken hinter das Großprojekt machen. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro, wovon die Stadt 850 000 Euro plus die Anliegerbeiträge in Höhe von 453 000 Euro zu zahlen haben wird.

Sollte sich am Investitionsprogramm für den Straßenbau nichts ändern, geht es im Stadtteil in den Jahren 2020 und 2021 mit der Erneuerung des Junkergartens und der Straße Am Falltor weiter – Kostenschätzung: 1,61 Millionen Euro.

Das ist aber zunächst Zukunftsmusik. In Schwanheim hoffen vor allem die Eigentümer der drei Geschäfte, dass die Baustelle zügig abgearbeitet wird, ihnen die Kunden weiterhin die Treue halten und sich von der Vollsperrung nicht dazu verleiten lassen, woanders einkaufen zu gehen. „Wir sind da, die Zufahrt ist frei“, kommentierte Jörg Schweickert abschließend im Namen aller und im Sinne des kleinen, lokalen Einzelhandels.

  


Ein lautes Brummen erfüllt den Innenhof des landwirtschaftlichen Betriebs von Familie Schweickert in Schwanheim. Die Ölmühle ackert. Es ist Ende September, und seit einer Woche läuft die Maschine auf Hochtouren, presst aus unzähligen winzigen schwarzen Rapssamen das goldgelbe Öl heraus. 24 Stunden am Tag. Ein Abschalten zwischendurch wäre unrentabel und aufwendig. „Heute Abend ist es geschafft“, sagt Jörg Schweickert zufrieden – und auch ein bisschen erleichtert. Seit er die Mühle angeworfen hat, hat er nicht mehr durchgeschlafen. Auch nachts schaut er im Wechsel mit seinem Sohn Christoph regelmäßig nach dem Rechten. „Wir müssen immer ein Auge auf die Mühle haben.“

Seit über zehn Jahren produziert Familie Schweickert auf ihrem Hof kaltgepresstes Öl, das unter gesundheitsbewussten Verbrauchern viele Fans gefunden hat. Regionaler kann ein Produkt kaum hergestellt werden: Der Raps wächst auf den Feldern der Schweickerts rund um Schwanheim. Im Frühjahr, zur Blütezeit, sind die leuchtend gelben Flächen vor der Kulisse der Bergsträßer Hügelkette eine Augenweide und beliebtes Fotomotiv.

An den grünen Stängeln reifen längliche Schoten heran, die sich im Sommer braun färben. In ihnen befindet sich der eigentliche Schatz: die dunklen Rapssamen. „Man spricht auch vom ,schwarzen Gold’“, sagt Beate Schweickert, während sie einige der kleinen Körnchen durch ihre Finger rieseln lässt.

In diesem Jahr war die Ernte bereits Anfang Juli – wegen des heißen und trockenen Sommers so früh wie selten zuvor. Bereit zur Verarbeitung sind die Samen, wenn die Restfeuchte weniger als sieben Prozent beträgt, erklärt Christoph Schweickert. Der 19-Jährige studiert an der Uni Hohenheim bei Stuttgart Agrarwissenschaften. In den Semesterferien und wann immer es der Stundenplan des jungen Mannes zulässt, arbeitet er auf dem Hof seiner Eltern mit.

Rund 35 Prozent weniger Ertrag hat den Schweickerts das tropische Wetter beim
Raps beschert. Insgesamt wurden 2018 30 Tonnen geerntet. In guten Jahren verkauft der Schwanheimer Betrieb weitere 20 Tonnen an externe Abnehmer. Darauf musste in diesem Jahr komplett verzichtet werden. Stattdessen landet die komplette Ernte in der Ölmühle.

Vier Tonnen Raps ergeben eine Tonne Öl und drei Tonnen sogenannten Rapskuchen. Letzterer sieht ein bisschen aus wie grünlicher Getreideschrot – „ein hochwertiges Tierfutter“, erklärt Jörg Schweickert. „Sehr energie- und eiweißhaltig.“ Den Rapskuchen verfüttern die Schweickerts an ihre Jungbullen. „Sie haben dadurch 100 Kilo mehr Schlachtgewicht als mit herkömmlichen Futter“, so der Landwirt.

Während des Pressvorgangs wird der Rapskuchen direkt in die Scheune transportiert, das Öl hingegen läuft durch einen Zellulose-Filter, der Fremdstoffe herausfiltert, in einen großen Kanister. Von dort wird das goldgelbe Öl in Flaschen abgefüllt. Alles per Hand, versteht sich.

Rapsöl made in Schwanheim. Jörg Schweickert hält ein Gläschen mit Öl ins Licht. „Sehr farbintensiv“, stellt er fest wegen der vielen Sonnenstunden in diesem Jahr. Und der Geschmack? Ein leicht nussiges Aroma zeichnet kaltgepresstes Rapsöl aus, das sich nicht nur für Salate und kalte Speisen, sondern auch zum Dünsten und Braten von Fleisch oder Gemüse verwenden lässt. „Erhitzbar bis 180 Grad“, betont Beate Schweickert.

Während die Flaschen mit frischem Öl direkt in den Hofladen wandern, wird bei Schweickerts schon längst an den „Jahrgang“ 2019 gedacht. Bereits zwei Wochen zuvor wurde der neue Raps gesät. „Er hält uns das ganze Jahr in Atem“, sagt die diplomierte Agrartechnikerin lachend. Raps ist sehr pflegeintensiv – und leider auch anfällig für Krankheiten. Rein biologischer Anbau sei sehr schwierig, so Schweickert. Ganz ohne Pflanzenschutzmittel geht es also nicht. „Wir verwenden so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“, betont die Familie.

Im Regal stehen auch Kräuter-, Chili- oder Pfefferöl – und auch Rapshonig.

Als die Schweickerts vor rund 15 Jahren mit dem Rapsanbau begannen, produzierten sie zunächst in erster Linie einen Treibstoff als Dieselersatz. Das erwies sich allerdings als wenig rentabel – auch wegen der hohen Besteuerung.

 Also setzte der Familienbetrieb auf Speiseöl. Eine Entscheidung, die sich ausgezahlt hat. Mittlerweile vermarkten die Schweickerts ihr Öl nicht nur im Hofladen neben Eiern und Fleisch aus eigener Schlachtung, sondern auch in einigen Supermärkten in der Region.

Neben dem klassischen Rapsöl ganz ohne Zusätze stellt Beate Schweickert Kräuter-, Chili-, Pfeffer- und Knoblauchöl her. Und sogar Schwanheimer Rapshonig ist im Angebot. Ein Heppenheimer Imker stellt seine Bienenstöcke dafür zur Blütezeit in die gelben Rapsfelder. Beliebt sind auch die Rapssamenkissen – kleine Stoffbeutelchen, die mit den schwarzen Samen gefüllt sind. Angewärmt bringen sie Linderung bei Rheuma und Gelenkbeschwerden, dank der enthaltenen ätherischen Öle. Der Raps ist eben ein echtes Multitalent.

Rund ums Rapsöl

Als Speiseöl hat Rapsöl erst in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Ursprünglich hatte das Öl einen zu hohen Anteil an Bitterstoffen und der für den Menschen schädlichen Erucasäure. Deshalb wurde es früher vor allem als Lampenöl und in der Industrie eingesetzt.

In den 1970er und 80er Jahren gelang die Züchtung von Rapssorten mit nur noch sehr geringen Anteilen an unerwünschten Stoffen. Der Raps hat sich seither zu einer der wichtigsten Ölpflanzen weltweit entwickelt.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Rapsöl als Speiseöl sehr empfehlenswert. „Es enthält eine optimale Kombination der gesunden Omega-3und Omega-6-Fettsäuren“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Heide Weishäupl, die Schwester von Beate Schweickert. Die Schwanheimerin ist an der Darmstädter Akademie für Gesundheit und Sport der TU Darmstadt beschäftigt.

Der Verzehr von Rapsöl kann helfen, das schädliche LDL-Cholesterin im Körper zu senken, Antioxidantien schützen zudem die Zellen vor freien Radikalen. Und noch dazu wird das Rapsöl regional angebaut und produziert – „eine tolle Sache“, findet auch Heide Weishäupl.

 

Im Frühjahr sind die leuchtend gelben Felder eine Augenweide, im Herbst werden die schwarzen Samen zu Öl verarbeitet. Auf ihrem Hof in Schwanheim stellt Familie Schweickert kaltgepresstes Rapsöl her.

Text: Barbara Cimander

Quelle: Stadtmagazin Bensheim/Bergsträßer Anzeiger

 

Vom Feld in die Flasche: Familie Schweickert produziert in Schwanheim kaltgepresstes Rapsöl. | Bilder: Thomas Neu

 

 

Geschmackstest: Beate, Christoph und Jörg Schweickert (v.l.) nehmen gemeinsam das frische Rapsöl unter die Lupe. | Bilder: Thomas Neu

 

 

Eine Schaufel voller Rapssamen. | Bild: Thomas Neu

 

 

Voller Einsatz: Jörg Schweickert an seiner Ölmühle, mit der das Öl aus den Samen gepresst wird. | Bild: Thomas Neu

 

  

Das Öl wird nach der Pressung direkt abgefüllt. | Bild: Thomas Neu

 

 

Blühende Rapspflanzen. | Bild: Thomas Neu


BENSHEIM

FOTOS ZU ARTIKEL

STAUBTROCKEN

Bilder: Bergsträßer Anzeiger
 
 

Was soll daraus werden?“, fragt Schweickert eher rhetorisch mit Blick auf die ausgemergelten Pflanzen mit abgestorbenen Blättern. Geerntet wird erst zwischen September und Dezember, bis dahin müssen die Zuckerrüben durchhalten. Zweimal habe man nachts beregnen lassen, „aber das ist aufwendig und kostet Geld. Ohne ausgiebige Regenfälle bringt das auf Dauer nichts“, meint der Student. Zumal man mit Zuckerrüben auf dem Markt zurzeit ohnehin keine Höchstpreise mehr erzielen kann, vorsichtig ausgedrückt.

Drei Wochen früher dran

Eine Hitzewelle von historischen Ausmaßen verbunden mit einer außergewöhnlichen Dürre trocknet das Land seit Monaten aus. Während sich die Urlauber in den deutschen Ferienregionen über einen Supersommer freuen, haben die Landwirte bundesweit mit Ernteausfällen zu kämpfen.

 

Wie hoch die Verluste bei den Zuckerrüben sein werden, können Christoph, Mutter Beate und Vater Jörg Schweickert noch nicht beziffern. Die Familie betreibt in der fünften Generationen den landwirtschaftlichen Betrieb in Schwanheim. Opa Jakob Rothermel, 77 Jahre alt, hat es zeit seines Lebens noch nicht erlebt, dass so früh im Jahr das Getreide gedroschen werden musste. Pauschal drei bis vier Wochen sei man bei allem, was auf den Feldern wächst, früher dran.

25 Prozent weniger als im Vorjahr

Einschnitte bleiben da nicht aus. Wintergerste und Weizen haben etwa 25 Prozent weniger Volumen als im Vorjahr. Gestresst durch die Trockenheit hätten sie zu früh ihre Reife erreicht, durch die Hitze sei die Vegetation verkürzt gewesen, so Schweickert. Mit der Wintergerste werden auf dem Hof Schweine und Bullen gefüttert, ein kleiner Teil des Weizens wird als Nahrungsquelle für das Geflügel gebraucht.

Als Folge der geringeren Ernte „haben wir alles eingelagert, statt wie sonst üblich einen Teil zu verkaufen. Sonst würden wir die Tiere über den Winter nicht satt kriegen“, erklärt der 19-Jährige, der im dritten Semester an der Uni Hohenheim bei Stuttgart Agrarwissenschaften studiert. Die nächste Generation im Familienbetrieb steht damit bereits in den Startlöchern.

Als absehbar war, wohin die Reise im Frühjahr/Sommer 2018 geht, sei das Hauptziel gewesen, das Futter für das Vieh zu sichern. Das ist gelungen. Andere Landwirte hatten nicht so viel Glück und müssen entweder für viel Geld nachkaufen oder ihren Tierbestand verkleinern, um über die Runden zu kommen.

Auf den Feldern der Familie wachsen aber nicht nur Gerste, Weizen oder Zuckerrüben. Kennzeichnend für die Landschaft um Schwanheim ist der gelbe Raps, der ebenfalls die meteorologischen Auswüchse zu spüren bekam. Auf 30 bis 35 Prozent beziffert der Student die Ausfallquote. Ähnlich sieht es beim Mais aus. Der wird in der Regel in der Winzerfestwoche Anfang September gehäckselt, jetzt wird er wohl in den nächsten Tagen fallen.

„Wobei wir im Vergleich zu anderen gut davon gekommen sind“, verdeutlicht Schweickert. Zwar seien die Kolben kleiner als üblich, aber dennoch ist der Mais einigermaßen gewachsen und mehr grün als braun. Der angehende Agrar-Wissenschaftler führt das auf die diesjährige Anbauweise mit „Unter-Fuß-Dünung“ zurück. Dabei wird der Dünger direkt unterhalb des Saatbandes platziert, die Pflanzen sind dadurch stressresistenter.

Direkt neben dem Maisfeld zeigt sich jedoch ein weiteres Dilemma. Durch den fehlenden Regen wächst nichts nach, gleich, wie oft man aussät. Statt grünem Gras nur sonnenverbrannter Boden, auf dem sich lediglich Unkraut wohlzufühlen scheint.

Soja-Bohnen stecken Hitze weg

Hitze-Opfer also überall? Nicht unbedingt. Der Schwanheimer Betrieb baut als einer der wenigen in der Region Sojabohnen an. „Hitze stecken die gut weg“, weiß der Experte. Ein Anbauschlager sind sie in der Bundesrepublik aber nicht. Etwa 40 000 Tonnen der eiweißreichen Futterpflanze werden in Deutschland geerntet, importiert vor allem aus Brasilien und den USA aber 6,7 Millionen Tonnen.

„Wir wollen nicht auf Importe zurückgreifen müssen, die genmanipuliert sind. Da möchten wir uns als heimischer Erzeuger und Direktvermarkter schon absetzen“, unterstreicht Christoph Schweickert die Philosophie des Familienbetriebs. Dennoch wirkt sich die Dürre auch auf die Sojabohnen aus. In einem normalen Sommer haben die Schoten vier bis fünf Körner, jetzt sind es maximal drei, wie ein Feldtest beweist.

Trotz aller witterungsbedingter Probleme hält man im Hause Schweickert nichts davon, intensiv über Ernteausfälle zu jammern und lautstark nach Subventionen zu rufen. „Es bringt nichts, die Witterung können wir zum Glück nicht beeinflussen“, bringt es die staatlich geprüfte Agrartechnikerin Beate Schweickert auf den Punkt. Zumal man an der Bergstraße noch „im gelobten Land ist. Wir können hier mehr von den Feldern holen als die Landwirte im Norden und Osten Deutschlands. Da sieht es deutlich schlimmer aus.

Etwas Gutes hat aus ihrer Sicht der sonnige Sommer ohnehin – abgesehen vom bombastischen Urlaubswetter: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hofes läuft auf Hochtouren.

 


BENSHEIM

TROCKENHEIT IM JULI FIELEN NUR 19 LITER REGEN PRO QUADRATMETER

Das Land dürstet nach Regen

Ergebnis: Es fielen 232,2 Liter Regen pro Quadratmeter. Der langjährige Mittelwert liegt bei 367 Litern, was ein Defizit von fast 135 Litern pro Quadratmeter ausmacht. So fielen im Juli lediglich 19,6 Liter. Normal wären mehr als 60 gewesen. Den absoluten Tiefpunkt gab es bereits im Februar, damals tröpfelten 6,3 Liter vom Himmel. 40 wären der Durchschnitt gewesen. Aufzuholen ist das nicht mehr, selbst wenn es die nächsten Monate durchregnen sollte, was die Landwirte jedoch vor andere Probleme stellen würde. Selbst die Gewitterschauer der vergangenen Tage helfen nicht – im Gegenteil. „Das ist nach zwei Tagen wieder verdunstet. Und wenn es zu heftig runterkommt, besteht die Gefahr, dass die Pflanzen – wie der Mais – zerschlagen werden“, erklären Christoph und seine Mutter Beate Schweickert.

 

Wie sehr es das Land nach ergiebigem Regen dürstet, zeigte sich bei einem Test auf dem Acker. Der Student wollte überprüfen, wie tief er graben muss, um in feuchtere Lagen zu kommen. Ergebnis: Der Feldversuch musste abgebrochen werden, weil man mit dem Spaten nicht die obersten Erdschichten durchbrechen konnte. dr

 


 

 

Wegweiser für den „Genusslandkreis“

Von Tim Maurer

BROSCHÜRE Kreisverwaltung und Wirtschaftsförderung informieren über Direktvermarkter der Region

KREIS BERGSTRASSE - Manchmal wachsen die besten Dinge direkt vor der Haustür. Diese Vermutung bestätigt die neue Auflage der Direktvermarkter-Broschüre, die nun in Kooperation vom Kreis und der Wirtschaftsförderung Bergstraße herausgegeben wurde. Auf über 80 Seiten erfährt der Leser alles Wissenswerte zu den Direktvermarktern im Nibelungenland.

„Keine Region in Deutschland bietet auf einem solchen Raum derartige Vielfalt und Qualität“, zeigte sich Landrat Christian Engelhardt (CDU) bei der Präsentation des Gemeinschaftswerks stolz. „Wir haben im Ried die Sonderkultur-Böden, an der Bergstraße den Wein und im Odenwald den Schwerpunkt mit der klassischen Landwirtschaft – kurzum: Die Bergstraße ist einfach ein Genusslandkreis.“

Die Idee, über die Eigenerzeugnisse der Region detailliert zu informieren, sei vor gut eineinhalb Jahren entstanden. „Weil der Wunsch nach regionalen Lebensmitteln immer größer wird, wollten wir mit der Broschüre etwas Besonderes schaffen“, so Engelhardt. „Dem Leser soll es ermöglicht werden, sich vom vielfältigen und umfangreichen Angebot der Direktvermarkter im Kreis Bergstraße zu überzeugen.“ (...)

© ECHO Online, Donnerstag, 25.01.2018

 


 

BERGSTRASSE

KULINARISCH KREIS PRÄSENTIERT NEUE BROSCHÜRE MIT 130 DIREKTVERMARKTERN

Regionales Buffet zum Mitnehmen

BERGSTRASSE.Regionale Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Landkreis hat darauf reagiert und in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsregion Bergstraße und der Tourismus-Agentur Anfang vergangenen Jahres eine Direktvermarkter-Broschüre herausgegeben. Die Erstauflage von 4000 Stück war schnell vergriffen. Vor Kurzem wurde das Heft überarbeitet und neu aufgelegt.

Die ersten der insgesamt 10 000 gedruckten Exemplare präsentierte Landrat Christian Engelhardt jetzt im Hoflädchen von Familie Schweickert in Bensheim-Schwanheim. Ein Musterbeispiel für einen heimischen Erzeuger und Direktvermarkter: eigene Aufzucht, regionaltypische Auswahl, nachhaltiges Konzept. Seit kurzem ist der Familienbetrieb auch mit einem Elektrofahrzeug unterwegs, wie Beate Schweickert mitteilt. „Vor 27 Jahren fing es mit dem Verkauf von Eiern freilaufender Hühner an.“

 

Transparenz, Qualität und Herkunft sind die wesentlichen Kriterien, nach denen die Broschüre zusammengestellt ist. 130 Anbieter aus allen Teilregionen des Kreisgebietes sind darin gebündelt. Das Spektrum reicht von Obst und Gemüse über Milchprodukte bis zu Fleisch, Wein und Spirituosen. Darüber hinaus sind einige landwirtschaftliche Gastronomiebetriebe und die wichtigsten Bergsträßer Wochenmärkte aufgeführt.

„Der Erzeuger um die Ecke steht für Vielfalt und Qualität“, so Engelhardt, für den Direktvermarkter auch ein Stück Bergsträßer Lebensqualität repräsentieren. Der kleine Berater soll es den Kunden leicht machen, den passenden Direktvermarkter zu finden oder neue Angebote zu entdecken.

Zur offiziellen Vorstellung der Broschüre waren auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Bergstraße, Dr. Matthias Zürker, Loreen Last von der Tourismus-Agentur und Corinna Schierz von der Abteilung Raumentwicklung, Landwirtschaft und Denkmalschutz gekommen.

Artgerechte Haltung, saisonaler Anbau sowie kurze Transportwege seien Garanten für Qualität und Geschmack, so die Herausgeber des 80 Seiten umfassenden Heftchens, das man wegen seines kompakten Formats unterwegs immer dabei haben kann – und soll. „Die Verbraucher unterstützen und stärken unsere Landwirte“, so der Landrat in Schwanheim.

Ergänzt wird das Heft von einem Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse. Zertifizierte Bio-Betriebe sind ebenfalls besonders gekennzeichnet.

Kostenlos erhältlich

Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei den Kommunen, den Direktvermarktern sowie bei der Tourist-Info in Lorsch und in der Kreisverwaltung. Darüber hinaus sind alle Betriebe auch online abrufbar.

Info: www.nibelungenland.net/ Erlebnisse/Genuss/ Direktvermarkter

 

ZENTRUM DER WOHNUNGSLOSENHILFE: Mäzen Dr. Jochen Henke finanziert ein besonderes Angebot für Obdachlose / Im Testament vermerkt

Freitags kostenlos eine warme Mahlzeit

 

BENSHEIM. "Das schmeckt wie bei Muttern." Die rund vierzig Männer und Frauen, die am Freitagmittag im Zentrum der Wohnungslosenhilfe am Mittagstisch sitzen, langen kräftig zu und geizen nicht mit Lob. Es gibt Rinderrouladen mit Soße, Gemüse und Kartoffeln. Gekocht und geliefert wird die schmackhafte Hausmannskost vom Bauernhof Schweickert in Schwanheim. 

(...)

  © Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 17.05.2016 

 


 

 

JUBILÄUM: 25 Jahren Einkaufen auf dem Bauernhof

 

Mit Eiern fing alles an

BENSHEIM. Beate Schweickert ist die jüngste Tochter der Familie Rothermel aus Schwanheim. Sie lernte zunächst den Beruf zur Landwirtin, um sich dann mit einem Studium im Fach Agrartechnik an der Agrartechnikerschule Darmstadt weiterzuqualifizieren. 

 

In der Zeit an der Technikerschule entstand die Idee, als Selbstvermarkterin tätig zu werden und nur "Selbstproduziertes" mit qualitativ hohem Anspruch am Markt anzubieten. Diese Idee setzte sie zunächst mit dem Verkauf von Eiern freilaufender Hühner im Hofladen um. Sie heiratet 1994 Jörg Schweickert, der als gelernter Metzger bald für die Fleischprodukte und die Wurstherstellung sowohl für den Hofladen als auch für den Partyservice verantwortlich zeichnete. 

Die in der hauseigenen Metzgerei produzierten Fleisch- und Wurstwaren stammen von Rindern, Schweinen und Geflügel aus eigener Aufzucht, die nur mit Futter aus eigenem Anbau aufgezogen werden. Für die Freunde lokaler Produkte bietet Schweickerts Hofladen außerdem Rapsöl aus der eigenen Ölpresse und eigenem Anbau an - ein goldgelbes, gesundes Produkt aus der Region.

Drei Generationen arbeiten am Erfolg des Unternehmens mit. So sind die Söhne Christoph (17 Jahre) und Mark (13) genauso in die Arbeitsabläufe integriert wie die Elterngeneration der Familie Rothermel. red

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 18.04.2016


 

Schwanheim: Am Sonntag Gottesdienst bei Familie Schweickert

 Bauernhof statt Kirche

SCHWANHEIM. Am Sonntag (17.) findet der evangelische Gemeindegottesdienst in Schwanheim ausnahmsweise nicht in der Mollerkirche, sondern um 10.15 Uhr im Ortskern auf dem Bauernhof der Familie Rothermel/Schweickert in der Rathausgasse 3 statt. Anlass ist der Tag der offenen Tür zum 25-jährigen Jubiläum des Erzeugerladens. 


 

Der Singkreis Schwanheim unter der Leitung von Cosima Seitz wirkt dabei mit. "Ich freue mich auf diesen besonderen Gottesdienst", so Pfarrer Hans-Joachim Greifenstein, "denn Christentum findet ja nicht nur in der Kirche, sondern vor allem im alltäglichen Leben statt." Der Kirchenvorstand hat darum beschlossen, mindestens einmal jährlich den Gottesdienst "woanerscht" als im wohlvertrauten Gotteshaus zu feiern. 

"Schwanheim war schon immer ein stolzes Bauerndorf", so Greifenstein "und darum ist es eine gute Idee, diese Reihe auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zu beginnen. Wir sehen darin auch ein Zeichen der Verbundenheit zwischen der Kirche und den Menschen, die in der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt verdienen und die es in diese Zeiten oft nicht leicht haben." red

 

 

 

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 13.04.2016


 

Seit 20 Jahren Einkaufen im Hofladen

SCHWANHEIM. Schon vor 20 Jahren hatten Beate Schweickert und ihr Mann Jörg, der zusätzlich eine Ausbildung zum Metzger machte, die Zukunft vor Augen. Sie verkauften schon damals in einem kleinen Laden, der dem landwirtschaftlichen Betrieb in Schwanheim angegliedert war, Eier und Dosenwurst. Jetzt galt es, das runde Jubiläum zu feiern. 

 


 

Unter "Einkaufen auf dem Bauernhof" werden in der Rathausstraße 3 eigene Produkte verkauft. Dazu gehören Rind-, Schwein- und Geflügelfleisch aus eigener Aufzucht, die auch selbst verarbeitet werden. Sogar das Futter für die Tiere wird selbst produziert. Die verkauften Eier stammen aus Bodenhaltung und das Rapsöl kommt aus der eigenen Ölmühle. Dazu kommen saisonales Gemüse und Obst. Integriert ist ein Partyservice, gerne stellt man auch individuelle Geschenkkörbe zusammen. Während der Blumensaison werden auch diese verkauft. 

Unser Bild zeigt Beate und Jörg Schweickert zusammen mit ihren Söhnen Christoph und Mark Philipp. df: Funck

 

                                                        © Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 07.05.2011

 

Danke an den Bergsträßer Anzeiger für die Artikel und die jahrelange, gute Zusammenarbeit. 

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